Ablauf einer homöopathischen Behandlung

Im Rahmen einer homöopathischen Behandlung versucht der Therapeut die grundlegenden Prozesse der vorliegenden Erkrankung zu ergründen und zu verstehen. Denn nur wenn der zugrundeliegende und beständig fortschreitende chronische Krankheitsprozess gestoppt werden kann, ist wirkliche Heilung möglich. Dazu erhebt der Therapeut zusätzlich zu den sichtbaren und fühlbaren Krankheitszeichen noch diejenigen Zeichen des Patienten, die auf vererbte oder erworbene krankhafte Reaktionsmechanismen des Körpers (sog. Miasmen) hinweisen. Der Therapeut wird auch immer das  Krankheitspotential aller nahen Verwandten in die Fallbearbeitung integrieren, denn z.B. die Tuberkulose des Opas oder die Lungenentzündung des Vaters kann die Nachfahren für Krankheiten der Atemwege sensibilisieren. Zur Arzneimittelfindung wird in einem umfassenden Erstanamnesegespräch neben den körperlichen Symptomen des Patienten auch seine Lebensgewohnheiten, sein Umfeld, seine Gedanken und Träume, sein Nahrungsmittelverlangen, seine Ängste und seine Sorgen besprochen. Zudem ist es sehr wichtig, die erblich bedingten Dispositionen (sog. Miasmen), genauestens zu erheben. Zur Vorbereitung wird in der Regel ca. 4 bis 5 Wochen vor dem vereinbarten Erstanamnesetermin ein ausführlicher Fragebogen versandt. Dieser Fragebogen hilft dem Patienten dabei, sich intensiv mit seiner Erkrankung und den Zeichen seines Organismus vertraut zu machen. Seine Vorarbeit ermöglicht es, ein sehr effektives Erstanamnesegespräch führen zu können.

Die Erstanamnese ist das Kernstück der homöopathischen Behandlung und dauert mindestens 2 Stunden. Der Therapeut wertet den sorgfältig ausgefüllten Fragebogen, die vorliegenden Befundberichte, die Laborwerte, und bei Kindern das Vorsorgeheft sowie den Impfpass schon vor dem Ersttermin aus und bereitet sich so auf das Anamnesegespräch vor. Es ist von immenser Wichtigkeit, sich für die nun folgende Erstanamnese genügend Zeit zu nehmen, alle Symptome und mögliche Ursachen der Erkrankung zu erfassen und ein Verständnis für die zugrundeliegende Störung zu entwickeln. Um dieses zu erreichen, müssen sich Behandler und Patient zusammen alle erdenkliche Mühe geben. Die Mitarbeit und Motivation des Patienten dazu, ein Verständnis für natürliche Heilungsvorgänge zu erlangen, ist erwünscht und in jedem Falle sehr hilfreich.

Nach ein paar Tagen wird der Therapeut die Fallanalyse und Ausarbeitung soweit fertig haben und die Verordnung des individuellen homöopathischen Arzneimittels per Post zusenden.

In der Regel wird eine Arznei in Tropfenform verordnet, die über einen Zeitraum von ca. vier Monaten jeden dritten oder fünften Tag eingenommen wird. Während dieser Zeit achtet der Patient genau darauf wie sein Körper auf den Arzneimittelreiz reagiert und schreibt alles Relevante auf. Nach den ersten zwei oder vier Behandlungswochen erfolgt eine Rückmeldung, damit der Behandlungsverlauf beurteilt werden kann, dann wird die Einnahmedauer festgelegt. Während des Zeitraumes von ca. vier Monaten, in denen das Konstitutionsmittel wirkt, hat der Patient in der Regel nur in Akutsituationen Kontakt zu seinem Therapeuten. So lange das Arzneimittel gute Dienste tut, wird es die Heilung ganz nach Hahnemanns Prämissen „auf sanftem Wege“ vorwärts bringen. Nach ca. vier Monaten wird sich die Symptomatik entweder verändert oder einige Symptome wieder etwas stärker werden, während andere Krankheitssymptome wegbleiben. Nun ist es an der Zeit, die Symptomatik neu zu beurteilen und eventuell eine Folgeverschreibung zu tätigen.

Diese oben beschriebene Vorgehensweise hat sich in der Praxis vieler Homöopathen bewährt.

Ich möchte jedem, der sich mit homöopathischen Mitteln selbst behandelt, die gründliche Lektüre des Buches "Homöopathik" von Gerhard Risch empfehlen. Selbstbehandlung mit Homöopathika hat sehr deutliche Grenzen. Die Behandlung chronischer Erkrankungen kann von Laien nicht erfolgreich durchgeführt werden.

Bitte beachten Sie! Die Informationen dieser Website verstehen sich nicht als Anleitung zur Selbstbehandlung. Die Behandlung chronischer Erkrankungen gehört immer in die Hände erfahrener Therapeuten. Konsultationen eines Spezialisten sind im Einzelfall unumgänglich.

Manche Ansichten werden von der sog. Schulmedizin nicht geteilt. Informieren Sie sich daher kritisch zur Forschung, zur Wirksamkeit der Homöopathie und zur Frage der wissenschaftlichen Anerkennung z.B.hier.